Triathletin aus Leidenschaft

Aktuelles

Veröffentlicht Samstag, 11. November 2017, 20:11 Uhr

Es sind mittlerweile 4 Wochen nach dem Ironman auf Hawaii vergangen. Ich sitze auf der Couch, es regnet und es ist richtig eklig draußen. Da kann man die Insel im Pazifik doch schon ganz ordentlich vermissen. Wobei ich mich noch sagen höre, dass dieses heiße, schwüle Klima zum Sport machen ziemlich ungeeignet ist und es wenig Spaß macht, sich in dieser Klimazone so zu quälen. Das sehe ich auch nach wie vor so, aber vielleicht macht das auch gerade den Mythos und Reiz dieses besonderen Triathlons aus. Hart, härter, Hawaii...
Es war ein fantastisches, unvergessliches Erlebnis und das Größte, an dem ich in meiner sportlichen Laufbahn teilnehmen durfte. Blicke ich zurück, so sind die Schmerzen und Qualen am Tag des 14.10. vergessen und ich empfinde Glücksgefühle und Freude.
Nach dem gesundheitlich so schwierigen Start in dieses Jahr, an den ich ebenfalls noch oft zurückdenke, da ich gerade im Januar und Mai einige Tränen vergossen habe, bin ich über den weiteren Jahresverlauf sehr zufrieden.
Bereits nach dem Ironman in Frankfurt befürchtete ich, dass ich mich aufgrund meiner Gelenkprobleme, nur wenig sportlich bewegen könnte. Das heißt, dass meine Dysbalancen und Reizungen in größerem Maß wieder auftreten und ich mir das Thema Triathlon vorerst abschminken könnte. Aber nein, die Reise ging erstaunlicherweise weiter und führte mich nach Hawaii. Auf die Insel und zu dem Wettkampf, von dem der größte Teil der Triathlonwelt träumt und sich immer wieder motiviert, weiter zu trainieren und in allen drei Disziplinen zu verbessern.
Die Zeit zwischen Frankfurt und Hawaii war dann aber doch nicht so einfach, wie man meinen könnte. Nach dem zweiten Triathlon nach dem Ironman in Frankfurt, dem Frankfurt City Triathlon Anfang August, hatte ich mit meinem Fersensporn und Knöchel zu kämpfen. Dies zwang mich die ohnehin schon geringen Laufumfänge auf ein Minimum zu reduzieren. Ich war besorgt, wie ich den Marathon ohne größeres Lauftraining absolvieren sollte. Ins Ziel wollte ich zur Not auch gehen, allerdings nicht von Kilometer 10 an. Es ist so schon ein langer Sporttag, welchen ich nicht mit einer Wanderung beenden wollte. Dank guter physiotherapeutischer und osteopathischer Betreuung reiste ich aber dennoch positiv gestimmt an, denn die Schmerzen waren auszuhalten. Wie über die zehn Vlogs „Kona unchained“ zu sehen, lief es dann doch recht gut. Ich beendete den Marathon in respektablen 3:45 Stunden, konnte mich danach mühelos auf zwei Beinen halten. Und nun, vier Wochen später, schreiben zu können, dass ich heute früh 10 Kilometer ohne Schmerzen gelaufen bin, macht mich sehr glücklich. Nach wie vor ist es nicht möglich, etwas an Tempo im Lauf aufzunehmen. Ruhige, nicht allzu lange Läufe vertrage ich gut und dabei bleibt es. Ich hätte wirklich große Lust, mal an meiner 10Km Zeit zu „arbeiten“ bzw. wieder einen reinen Marathon zu laufen, aber das wird mir mein Körper nicht so einfach verzeihen. Einen Marathon zu laufen und „nur“ zu finishen erfüllt mich nicht. Für eine Zeit unter 3 Stunden reichen ein paar ruhige kurze Trainingsläufe nicht. Das Thema werde ich daher begraben.
ABER: die Tatsache, dass es mit dem Laufen in einem Ironman relativ gut funktioniert bringt mich das zu meinem nächsten Ziel. Obwohl ich selten ein Motivationsproblem habe und die Bewegung einen zentralen Anteil in meinem Leben einnimmt, ist es doch schöner, wenn man ein fernes Ziel vor Augen hat. Gerade so blöde, dunkle Regentage wie heute, führen dazu, dass man wieder ml verrückte Dinge macht.
Auf dem Smart Trainer bin ich heute Mittag einen FTP-Test gefahren. Heißt genau: kurzes Einfahren und dann 20 Minuten „all-out“, also alles was geht. Diese 20 Minuten haben es in sich. Gerade für einen Langdistanzler wie mich. Über einige Stunden kann ich eine gleichmäßige Leistung prima aufrecht erhalten, aber sich mal 20 Minuten richtig weh zu tun, ist so gar nicht mein Ding. Gregor kann das richtig gut und jammert auch nicht so rum wie ich (das ist allerdings auch das einzige Mal...;-) . Ganz ehrlich: lieber fahre ich 4 Stunden entspannt draußen Rad, als nur 20 Minuten diesen Test. Naja, wie gesagt, heute habe ich mich zum „Sufferfest“ überwinden können, da ich wissen möchte, wo ich gerade leistungsmäßig stehe und damit ich bei der Plattform „Zwift“ Werte habe, um im Winter effektiver trainieren (Radfahren) zu können.

Wie heißt es so schön: „Alle guten Dinge sind drei“. So werde ich 2018 bei meiner dritten Langdistanz am Start stehen. Wo? Gute Frage! Ich habe noch so einige Rennen auf meiner Wunschliste und muss nun sehen, was zu realisieren ist. Zeit und Geld spielen leider auch eine große Rolle ;-)

Für alle, die "Kona unchained" verpasst haben: YouTube-Channel Bewegungsarten: https://www.youtube.com/channel/UCzM7xXEUGT4aLe7kkXcnyig

Zurück zur Übersicht