Triathletin aus Leidenschaft

Aktuelles

Veröffentlicht Mittwoch, 09. Oktober 2019, 12:36 Uhr

Nun ist mal wieder Zeit für etwas mehr Aktualität hier. Der letzte Eintrag liegt bereits eine Ewigkeit zurück, wenngleich ich auf allen Social Media Plattformen (wie hauptsächlich Instagram und Facebook) sehr aktiv bin. Folgt mir doch gerne dort.

Trotzdem will ich versuchen, eine kurze Zusammenfassung meines Sport-Jahres zu geben. Dafür hole ich auch etwas aus.

Letztes Jahr um diese Zeit, d.h. Mitte Oktober 2018 qualifizierte ich mich über die Plattform „Zwift“ in der sog. „Zwift Academy“ für das Semifinale, in das die besten 10 Frauen von über 3000 Teilnehmerinnen des Programms einzogen.
Nach meinem Hauptwettkampf, dem Ironman in Nizza Ende Juni, den ich in meiner Altersklasse gewinnen und als 7. Frau überaus zufrieden beenden konnte, genoss ich erstmal ein paar Wochen den Sommer, ohne ein direktes Ziel vor Augen zu haben. Aber schnell war klar, dass ich dieses Ziel brauchte.
Da bot sich die online Plattform „Zwift“ perfekt an. Ich saß also ab Mitte August 2018 so ziemlich den gesamten heißen Sommer mehr oder weniger auf meinem Rad- das allerdings Indoor und ziemlich schwitzend.
Nachdem ich mittendrin immer mal an mir zweifelte, was ich da eigentlich tat, lohnten sich die vielen Schweißtropfen aber im Nachgang sehr. Das Programm war hart und der Sommer eigentlich viel zu heiß und zu gut für Radfahren im Haus. Aber gut: einmal angefangen wird mein Programm auch bestmöglich durchgezogen.
Das Semifinale, dass Mitte Oktober ausgefahren wurde, zehrte dann allerdings sehr an meinen Kräften und am Ende war ich froh, dass diese fast reine Rad-Episode zu Ende war und ich ausschied.
Ich liebe dann doch mehr die Abwechslung, die man im Triathlon hat und streue gerne Schwimmen und Laufen in mein tägliches Training bzw. meinen Tagesablauf ein. Dafür fehlte mir während der Zwift-Academy aber mehr und mehr die Kraft.
So verlief der November quasi komplett ohne mein Rad- ich konnte es zu dem Zeitpunkt nicht mehr sehen.
Was macht man dann? Laufen natürlich!
Da ich meinen Bewegungsapparat immer besser im Griff habe, mich nun auch selbst osteopathisch behandeln kann (bis zu einem gewissen Grad versteht sich) und Laufen wieder eine Freude für mich ist, entschied ich mich für einen Laufblock. Abschluss oder besser „Abschuss“ sollte der internationale Marathon in Tiberias/Israel am 04. Januar 2019 sein. Ein Highlight quasi direkt zu Beginn des Jahres.
Die Vorbereitung war- obwohl ich kaum Probleme mit Muskeln und Knochen (und auch nur mäßig mit meiner „Dauerbaustelle“ Knie) hatte- ziemlich zäh. Eine Marathonvorbereitung im deutschen Winter war nicht ganz so einfach, wobei ich auch nur läuferische Akzente setzte und es auf keinen Fall übertreiben wollte. Einen langen 30km Lauf sucht man bei mir vergeblich. Dennoch konnte ich in Tiberias einen fast glatten 3-Stunden Marathon laufen. Dieser setzte mich allerdings länger außer Gefecht als mir lieb war und ich musste mich lang davon erholen. Ich konnte quasi erst ab Mitte Februar wieder mit kurzen Läufen meine Vorbereitung auf meinen sportlichen Höhepunkt 2019 beginnen.

Die „Challenge Roth“ am 07. Juli 2019 sollte meine 4. Triathlon Langdistanz und mein Jahreshöhepunkt werden.
Ein solides Frühjahr mit einigen langen Radeinheiten, u.a. einem Trainingslager auf Mallorca und einer auch wieder guten Laufform, ließen mich positiv auf Roth blicken. Allerdings muss man immer bedenken, dass ich meine Trainingssteuerung selbst in die Hand nehme (also keinen Coach oder Trainer habe) und in meine tägliche Arbeit als Osteopathin mit „einflechte“. Dass gelingt mal besser, mal schlechter, und ich muss immer wieder Abstriche machen.
So bin ich auch sehr froh, meine Fortbildung zur „Sportosteopathin“, die parallel zu Arbeit und Training dazu lief, Ende August erfolgreich abschließen zu können.

Eines ist mir am wichtigsten im Training: ich möchte mich nicht kasteien, davon reden, dass ich noch trainieren „muss“ oder Dinge im Training machen, die mir keinen Spaß machen. Klar, man quält sich schon mal bei einem längeren Lauf oder einer nicht enden wollenden Radeinheit, aber ich „versüße“ mir diese Tage immer mit einem tollen Stop bei Kaffee und Kuchen, besuche auf meinem Weg Freunde und Familie und mache das Beste aus allem. Das ist genial und genau DAS ist es, was ich so liebe. Mir geht es nicht unbedingt darum, am Tag X meine bestmögliche Leistung abzurufen, sondern viel mehr, eben in den Wochen und Monaten der Vorbereitung so viel wie möglich zu „leben“ und meine Tage so zu gestalten, wie es am besten mit Beruf, Familie und Freunden vereinbar ist. So ist meine Langdistanzvorbereitung alles andere als strukturiert oder direkt zielgerichtet, aber voller Freude und eben auch Freunden.
In Roth erwischte ich keinen „Sahnetag“ und hatte, gerade beim Radfahren, meine liebe Mühe. Ich konnte mich beim abschließenden Laufen aber wieder fangen und rannte einer neuen Bestzeit entgegen. Im Nachgang war ich zwar zufrieden mit meinem Rennen und der PB (09:32:36h), dennoch bin ich Vollblut-Wettkämpfer und hole gern alles aus mir heraus und war mit dem Ergebnis nicht vollends im Reinen. Aber: was will man erwarten, wenn man mehr oder weniger nach Lust und Laune trainiert. Tja, alles kann man eben nicht haben!
So bleibt mir auf alle Fälle meine bisher schönste Langdistanz, mit Höhen und Tiefen und Gänsehautfeeling am „Solarer Berg“ für immer im Gedächtnis.
Von Roth erholte ich mich relativ schnell und ohne größeren Probleme und ging dann noch über die Olympische Distanz beim Frankfurt City Triathlon an den Start. Dort hatte einfach einen schönen Tag und dann war die Triathlonsaison für 2019 auch schon zu Ende. Ich vergaß hier meinen „Testwettkampf“ in Büdingen zu erwähnen, den ich wie im letzten Jahr gewinnen konnte. Alles ziemlich unspektakulär.
Ab Mitte August startete die Zwift Academy für 2019 und sorgte bei mir für ein bißchen mehr Abwechslung und vor allem mehr Intensität im Radfahren. Die Zwift-Saison steht nämlich vor der Türe bzw. ist bereits im Gange und für mein Esports Team „CanyonZCC“ will ich natürlich wieder so fit wie möglich an der -diesmal virtuellen- Startlinie stehen. Wer schon mal ein Zwift-Rennen gefahren ist weiß: die Rennen starten mit 110% und es sind um die 45Minuten ein reinstes „all-out-Intervall“. Das liegt mir ziemlich wenig und ich trainiere solche Einheiten quasi gar nicht, aber es macht unglaublich Spaß und ist eine tolle Chance, sich mit Fahrerinnen auf der ganzen Welt im eigenen Wohnzimmer zu messen. Gerade mein professionelles Team bietet mir fantastisches Equipment und einen bereichernden sportlichen und menschlichen Austausch. Es bedeutet mir ebenfalls sehr viel und ich bin stolz, Teil des Teams zu sein.
Bevor wir dann so richtig in die Rennen auf Zwift starten war ich aber auch in der realen Sportwelt vertreten. Das so abwechslungsreich wie möglich. In Limburg nahm ich Mitte September an einem Rad-Kriterium teil (oh je war das hart und schmerzvoll) und Ende September besuchte ich den Charity Run in Mainz und lief seit langem mal wieder einen 10km Lauf. Dazwischen gab es etliche „Coffee-Rides“ zu den besten Kaffees in der ganzen Umgebung.
Das ist jedesmal ein Genuss!

Mein „Minimalziel“ von 11.111 Jahreskilometern habe ich die letzte Woche geknackt, demnach kann ich das Jahr nun ganz entspannt ausklingen lassen.
Mal sehen, was mich als nächstes „reizt“.


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